Auf der Suche nach dem Einhorn

Private Equity als lukrative Beimischung im Portfolio

Fragt man kleine Mädchen nach ihrem Lieblingstier, bekommt man nicht selten das Einhorn als Antwort. Fragt man die Briten danach, ob und wie sie denn nun gern die Europäische Union verlassen würden, schallt es zwar eher inoffiziell auf den Brüsseler Fluren und wahrscheinlich auf Englisch, aber ebenfalls „They are looking for the unicorn“. Und auch Investoren, die sich in einem Start-up engagieren, sind ständig auf der Suche nach dem Einhorn. Während allerdings Mädchen und Briten weiter vom Wesen aus der Fabelwelt träumen müssen, ist so mancher Private-Equity-Investor schon fündig geworden. Denn es handelt sich in diesem Fall um Start-ups, deren Marktwert oft innerhalb von kurzer Zeit die magische Marke von einer Milliarde Dollar erreicht. Weltweit werden derzeit fast 500 solcher Einhörner gezählt. Während in China und den USA zusammen rund 80 Prozent dieser Milliarden schweren Start-ups beheimatet sind, bringt es Deutschland immerhin auf Platz fünf, wenn auch nur weit abgeschlagen mit sieben Einhörnern, darunter sind bekannte Namen wie der Fernbus-Anbieter Flixbus und der Online-Modehändler About You.

Kurz und knapp:

  • „Private Equity“ ist die Beteiligung an Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden.
  • Statt täglicher Kurs- und damit Wertschwankungen erfolgt die Bewertung dieser Beteiligungen regelmäßig durch objektive betriebswirtschaftliche Kriterien.
  • Historisch durchschnittlich höhere Renditen als am Aktienmarkt und niedrige Volatilitäten sorgen für ein gutes Rendite-Risiko-Profil im Portfolio.
  • Beteiligungen in der Gründungsphase sind einem höheren Risiko ausgesetzt als Investments in etablierte Unternehmen, bieten aber dafür auch die höheren Renditechancen
  • Investments erfolgen in der Regel durch Anteilkäufe an Private-Equity-Fonds, die richtige Auswahl der Gesellschaften und Fonds ist dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Renditechancen fernab von Börsenturbulenzen
Der englische Begriff „Private Equity“ bedeutet sinngemäß „private Beteiligung“ und meint damit im Unterschied zu „Public Equity“ die Beteiligung an Unternehmen, deren Anteile eben nicht an der Börse gehandelt werden. Das Ziel ist zwar das Gleiche – ein Investor, in der Regel ein Fonds, erwirbt einen bedeutenden Anteil, oft auch die Mehrheit, an einem Unternehmen in der Hoffnung, die Beteiligung zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn wieder verkaufen zu können. Im Unterschied zum Kauf von Aktien an der Börse muss man sich als Investor allerdings nicht mit den täglichen und oft nur psychologisch bedingten Kursausschlägen befassen. Die Bewertung eines mit Private Equity finanzierten Unternehmens hängt damit auch nicht kurzfristig vom Angebot und der Nachfrage nach seinen Aktien an der Börse ab, sondern wird in regelmäßigen Abständen durch rein objektive Kriterien und fundamentale betriebswirtschaftliche Kennziffern ermittelt.

Attraktive Alternative in Nullzinszeiten
Auch wenn nicht jede Private-Equity-Beteiligung letztlich in einem Einhorn enden kann, so ist die Art der Vermögensanlage eine gute Möglichkeit, sein Portfolio nicht nur unter Rendite-, sondern auch unter Risikoaspekten zu diversifizieren. In den vergangenen Jahren erzielten Private-Equity-Investitionen im Schnitt eine zwischen zwei und fünf Prozent höhere Rendite als vergleichbare Investitionen in Aktien, wobei laut Zahlen der Unternehmensberatung Bain & Company Europa als Standort vor den USA auch aufgrund der stark gestiegenen Aktienkurse an der Wall Street die Nase vorn hatte. Apropos Börse: Gerade wenn hier die Kurse in schwere Turbulenzen geraten, können die außerbörslichen Beteiligungen für die nötige Stabilisation im Gesamtportfolio sorgen. In einer Zeit, in der der risikolose Zins quasi abgeschafft wurde, greifen Investoren aber auch aus dem schieren Mangel an Alternativen vermehrt bei Private Equity zu. Denn der oft propagierte Ausweg einer immer höheren Aktienquote trägt vor dem Hintergrund der derzeit hoch bewerteten Börsen nicht unbedingt zur Verbesserung des Rendite-Risiko-Profils eines Gesamtportfolios bei. Allerdings muss zum Thema Risiko der Vollständigkeit halber noch angefügt werden, dass im Unterschied zu Aktien oder Aktienfonds eine Private-Equity-Beteiligung nicht eben mal so schnell wieder abgestoßen werden kann, weshalb hier ein Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren angepeilt werden sollte.

Auf die Mischung kommt es an
Ob und wie schnell man wieder über einen Ausstieg aus einer solchen Beteiligung nachdenken sollte, hängt aber auch davon ab, wie erfolgreich sich das Geschäft und damit der Wert eines Unternehmens entwickelt. Genau daran hat man als Private-Equity-Investor einen entscheidenden Anteil, denn es geht bei dieser Art der Beteiligung eben nicht um eine reine Finanzierung, die auch jede Bank oder die Börse übernehmen könnte, sondern um eine aktive Mitwirkung im Management des Unternehmens. Spätestens hier ist dann die entsprechende Expertise gefragt, womit sich dann auch erklärt, weshalb solche Beteiligungen in der Regel auf indirektem Weg erfolgen. Und zwar über Private-Equity-Fonds oder Gesellschaften, die die ihnen anvertrauten Gelder dann in aussichtsreiche Unternehmen investieren. Bei der Frage nach dem Zeitpunkt reicht die Spanne von der Gründungsphase bis hin zu Beteiligungen an eher reifen und im Markt schon etablierten Unternehmen. Die Finanzierung von Start-Ups mit Venture Capital unterliegt zwar einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit, falls das Geschäftsmodell versagt, aber der frühe Zeitpunkt eines Engagements bietet auch die höchsten Renditechancen. Je später ein Einstieg, desto geringer entsprechend das Risiko, aber auch die Renditeaussichten – auf eine gesunde Mischung im Fonds kommt es daher an.

Fazit: Private Equity ist ein Muss für jedes gut diversifizierte Portfolio
Diversifikation heißt das Stichwort für Investoren, die das Rendite-Risiko-Profil ihres Portfolios optimieren wollen. Und da kommt in Zeiten, wo festverzinsliche Wertpapiere keine Zinsen mehr abwerfen, die Bewertungen von Aktien teilweise der Realität enteilt sind und die Preise von Immobilien auf den ersten Blick nicht mehr viel Luft nach oben haben, eine alternative Anlageklasse ins Spiel: Private Equity. Wer abhängig von Vermögensstruktur und Risikobereitschaft zehn bis 20 Prozent in Private Equity investiert, eröffnet sich nicht nur die Chance auf attraktive Renditen, sondern macht sich damit auch unabhängig von den täglichen Schwankungen an den Wertpapiermärkten und kann so sein Gesamtportfolio in turbulenten Börsenphasen stabilisieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der Auswahl der richtigen Private-Equity-Fonds und Gesellschaften. Hier können wir auf ein Netzwerk aus kompetenten Partnern zurückgreifen, mit denen wir schon mehrere Jahre vertrauensvoll auf diesem Gebiet zusammenarbeiten.