Corona als Schlüsselmoment

Mit Investitionen Wirkung erzielen oder mit „Wumms“ in die nächste Krise?

Ein Virus verändert die Welt. Die Art, wie wir arbeiten, wie wir reisen, wie wir uns begegnen – so ziemlich alles, was wir bis zum Ausbruch des Coronavirus und den ergriffenen Maßnahmen als unseren Alltag erlebt haben, hat sich seitdem spürbar verändert. Und es spricht vieles dafür, dass die „neue Normalität“ nach Corona in vielen Bereichen unseres Lebens das bisherige „immer weiter, schneller und höher“ um Einiges relativieren wird. Die aktuelle Krise dürfte aber auch gepaart mit den Erfahrungen aus den vorherigen virusfreien Jahren an den Finanzmärkten die Frage nach dem richtigen Investieren neu stellen. Schon vor Corona suchten immer mehr Anleger neben einer attraktiven Rendite zunehmend Antworten auf Fragen wie „was wird mit meinem Geld gemacht“, „welche Wirkung kann ich mit meinem Vermögen erzielen“ oder „an welchen Veränderungen in der Gesellschaft kann ich mit meinem Investment mitwirken“. Nutzen wir also jetzt diese Krise als Chance, die Diversifikation als Schlüssel zu einer optimalen Vermögensstruktur neu zu denken bzw. in den erweiterten Kontext der Nachhaltigkeit und Wirkung von Investments zu setzen.

Kurz und knapp:

  • Die Coronakrise dürfte auch die Frage nach dem zukunfts- und damit auch wirkungsorientierten Investieren neu stellen.
  • Deshalb gilt es jetzt, die Diversifikation als Schlüssel zu einer optimalen Vermögensstruktur neu zu denken und in den erweiterten Kontext der Nachhaltigkeit zu setzen.
  • Rendite und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus: Ein höheres ESG-Rating kann sogar die Wertentwicklung stabilisieren, wenn die Kurse fallen.
  • Der Markt für nachhaltige Geldanlagen wächst rasant, noch dynamischer steigt die Nachfrage nach wirkungsorientierten Investments (Impact Investing).
  • Hier spielen die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) eine immer stärkere Rolle, der größte Teil in Deutschland ist aktuell in das Ziel Gesundheit und Wohlergehen investiert.
  • Für eine Auseinandersetzung mit den Anforderungen an eine Investition auch unter ökologischen, sozialen und wirkungsorientierten Aspekten steht Novethos seinen Kunden als kompetenter, ernsthafter und glaubwürdiger Lotse oder Sparringspartner zur Verfügung.

Rendite und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus
Das in diesem Zusammenhang immer wieder gern angebrachte Vorurteil, dass man so auf Rendite verzichten müsse, hat sich auch noch einmal in der Corona-Krise als Trugschluss erwiesen. Viele der nachhaltigen Investments, egal ob in einzelne Unternehmen oder die entsprechenden Indizes, haben sich in den vergangenen Monaten vergleichsweise besser entwickelt als ihre klassischen Pendants. So hat die Fondsgesellschaft Fidelity errechnet, dass von knapp 2.700 betrachteten Unternehmen sich diejenigen mit dem besten Rating in den ESG-Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung um fast vier Prozentpunkte besser entwickelten als der marktbreite US-Index S&P 500. Die Unternehmen auf den beiden schlechtesten Stufen dagegen verloren in der Krise noch deutlicher als der Gesamtmarkt.

Impact Investing auf dem Weg zum Mainstream
Die stabilisierende Funktion nachhaltiger Anlagen im Portfolio in volatilen Zeiten ist den Investoren nicht verborgen geblieben, wie man an dem sich zuletzt noch einmal beschleunigten Wachstum des Marktes für nachhaltige Geldanlagen sieht. Lag die durchschnittliche Rate laut dem Forum für nachhaltige Geldanlagen (FNG) in Deutschland zwischen 2012 und 2018 noch bei acht Prozent, haben sich private Investitionen in diese Anlageform im vergangenen Jahr mit 96 Prozent fast verdoppelt. Der Anteil der ESG-Investments am deutschen Gesamtfondsmarkt hat in 2019 erstmals die Fünf-Prozent-Hürde genommen. Noch dynamischer als das ESG-Segment wächst der Markt für das „wirkungsorientierte“ Investieren, neudeutsch Impact Investing, wenn auch auf einem sehr viel niedrigeren absoluten Niveau. Identifizierte die Bertelsmann Stiftung für 2015 noch ein Marktvolumen von gerade einmal 69 Millionen Euro, weist der Bericht des FNG für Ende vergangenen Jahres ein Impact investiertes Vermögen von 8,1 Milliarden Euro aus.

Gesundheit und Wohlergehen als größtes Ziel
Eine immer wichtigere Rolle für Impact Investoren spielen die Sustainable Development Goals (SDGs). Sie investieren in Wertpapiere von Unternehmen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit ein oder mehrere von 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Die SDGs sind Teil der Agenda 2030, die 2015 von den Mitgliedern der Vereinten Nationen unterzeichnet wurde und decken die komplette Bandbreite der Herausforderungen, vor denen die Welt in den nächsten Jahrzehnten steht, ab. Und hier lässt sich nach den neuesten Zahlen aus der Marktstudie der Bundesinitiative Impact Investing (BII) schon erahnen, dass der Markt und die damit verbundenen Fragen der Nachhaltigkeit in Folge der aktuellen Gesundheitskrise eher noch an Bedeutung gewinnen werden. Denn der mit Abstand größte Anteil des investierten Volumens in SDG-Strategien entfällt mit 520 Millionen Euro auf das Ziel Gesundheit und Wohlergehen. Auf den Plätzen Zwei und Drei folgen „Bezahlbare und saubere Energie“ und „Nachhaltige Städte und Gemeinden“.

Noch viel Aufklärungsbedarf
Bis dieses Thema allerdings tatsächlich im Mainstream angekommen ist, müssen alle Beteiligten noch jede Menge Arbeit leisten. Positiv ist dabei festzuhalten, dass auch die Regulatoren derzeit mehr und mehr auf die Zielgerade einbiegen, was die zukünftigen Anforderungen an eine nachhaltige und wirkungsorientierte Geldanlage angeht. Zudem organisieren sich Investorengruppen teilweise selbst in eigenen Verbänden, um ein gemeinsames Verständnis für den Markt und ihre Rolle in diesem zu entwickeln. Das ist deshalb wichtig, da sich zum einen die Frage nach der Wirkung von Investitionen für jeden einzelnen anders stellt und jeder Marktteilnehmer verschiedene Funktionen einnehmen kann und muss. Zum anderen ist trotz aller Aufklärung immer noch eine Vermischung der Begrifflichkeiten festzustellen. Nachhaltigkeit, ESG, Impact Investing, SDGs oder Begriffe wie „Transition Investments“ sind nur einige, die in diesem Zusammenhang oft für Verwirrung sorgen. Auch gilt in diesem Markt: Nicht alles was als nachhaltig oder wirkungsorientiert vermarktet wird, ist es am Ende auch.

Unser Fazit:
Mit den Verwerfungen am Geldmarkt in den vergangenen Jahren und der aufgrund der Corona-Pandemie mehr oder wenig auf Jahre hinaus „zementierten“ roten Null auf der Zinsseite gilt es jetzt umso mehr, ein besonderes Augenmerk auf seine Vermögensstruktur zu richten. Um sich in diesem Prozess zukunftsorientiert und zielgerichtet mit den Anforderungen an eine Investition auch unter ökologischen, sozialen und wirkungsorientierten Aspekten auseinandersetzen zu können, kann Kompetenz von außen sehr hilfreich sein. Das Team von Novethos steht seinen Kunden schon seit vielen Jahren hierfür als kompetenter, ernsthafter und glaubwürdiger Lotse oder auch Sparringspartner zur Verfügung. Wir begleiten die einzelnen Schritte, moderieren den Prozess und überwachen schließlich die Umsetzung, um so auf Anlegerseite für den nötigen Durchblick und am Ende für Klarheit zu sorgen.